Das vielleicht berühmteste Gleichnis Jesu von den beiden Söhnen und ihrem Vater ist in der Geschichte christlicher Auslegung oft dazu verwendet worden, Juden schlecht zu machen: Juden seien hochnäsig und selbstgerecht (wie der „ältere Bruder), ihr Glaube sei exklusiv und schließe andere von der Beziehung zu Gott aus – und deshalb stünden die Juden jetzt auch „draußen vor der Tür“ und seien von Gott verworfen. Der jüngere Bruder allerdings (die nichtjüdischen Völker) seien dafür jetzt an ihre Stelle getreten und hätten die Juden ersetzt als geliebte Kinder Gottes.

Liest man das Gleichnis Jesu aber vor dem Hintergrund biblischer Erzählungen und der Erzählkunst rabbinischer Gleichnisse, dann macht man überraschende Entdeckungen: Vielleicht ist die Rollenverteilung ja gerade anders herum?

Der dritte Vortrag in der Reihe „Jesustexte mit jüdischen Augen neu entdecken“ ist jetzt online auf der Plattform GlaubenDenken