Steffi und Guido Baltes haben sieben Jahre lang in der Altstadt von Jerusalem gelebt und gearbeitet. In einem persönlichen Rückblick schildern sie einige ihrer Erfahrungen aus unterschiedlichen Perspektiven. Für viele Israel-Reisende ist sie wegen ihrer engen und verwinkelten Gassen, dem Gedränge der Touristen, Pilger und Verkäufer, der fremden Gerüche und Geräusche ein bedrohlicher, unheimlicher und
Im vorherigen Artikel der Reihe (Widersprüche in der Bibel, Teil 1) habe ich einige Beispiele genannt, wie sich vermeintliche „Widersprüche“ in der Bibel aufklären lassen, wenn wir uns etwas Mühe geben. Entweder haben wir unsere Bibel falsch gelesen, oder falsch verstanden, oder wichtige Details übersehen. Es lohnt sich also, sich auf die Suche zu machen,
Es ist ein uraltes Streitthema zwischen überzeugten Christen und ihren oft ebenso überzeugten Kritikern: Gibt es in der Bibel Widersprüche? Die Antwort scheint alles entscheidend zu sein für den christlichen Glauben. Wer einmal die Stichworte „Widersprüche in der Bibel“ googelt, der wird schon auf der ersten Ergebnisseite sehen, wie in dieser Frage zwei gegensätzliche Meinungen
Wie hielt es der Apostel Paulus mit dem Alten Testament? Die Antworten auf diese Gretchenfrage gehen seit den Anfängen der Christenheit weit auseinander: Schon im zweiten Jahrhundert führte der progressive Gemeindegründer Markion die Briefe des Paulus als Kronzeugen für seinen Kampf gegen das Alte Testament ins Feld. Auch Luthers Kontrastierung von „Gesetz und Evangelium“ hat
Ich bin ein Mensch, der gerne kritisch denkt. Und ich bin ein Mensch, der der Bibel von Herzen vertraut. Passt beides zusammen? Ja. Aber ich nehme wahr, dass das für viele Christen um mich herum gar nicht so selbstverständlich ist. Sie versuchen mich mit Menschen- und mit Engelszungen davon zu überzeugen, dass beides eben nicht
Welchen Beitrag leisten Marburger Religionsgemeinschaften zum Frieden? Die Frage ist ehrgeizig gestellt angesichts der immensen Zahl von Kriegen und bewaffneten Konflikten weltweit, ganz abgesehen von den Herausforderungen des sozialen Friedens und der Frage nach dem Frieden in Familien, Häusern und Herzen in unserer Stadt. Gemessen an dieser globalen Herausforderung ist der Christus-Treff eine relativ kleine
Es waren nur wenige Jahre, die ich in Jerusalem gelebt und gearbeitet habe. Aber sie haben mich vor allem eines gelehrt: demütiger hinzuhören, lernbereit zu bleiben und so manches liebgewordene Klischee loszulassen, dass ich als langjähriger Christ und westlicher Besserwisser so sicher in meinen Händen zu halten glaubte. Das galt im Blick auf das Land
Es ist Ostermontag 2017. Und gleichzeitig der letzte Tag des jüdischen Passafestes in diesem Jahr. In aller Frühe sind wir heute morgen auf dem Flughafen von Tel Aviv gelandet. In der Kirche von Nazareth, die über dem Elternhaus Jesu erbaut ist, feiern wir mit einer Handvoll einheimischer Christen eine Messe zum Fest der Auferstehung. Anschließend
War Paulus ein Jude? Oder war er der Gründer des Christentums? Für die einen ist der streitbare Apostel ein Held, weil er die engen Grenzen des Judentums durchbrach und aus dem Christentum eine Weltreligion machte. Für andere gilt er als Abtrünniger und Verräter, der den Glauben seiner Väter verließ. In neuerer Zeit mehren sich jedoch
Die Formel „Freiheit vom Gesetz“ gilt weithin als prägnante Zusammenfassung eines paulinischen Kernanliegens, wenn nicht gar der paulinischen Theologie als solcher. Zugleich bildet diese Formel eine der wichtigsten Bruchlinien sowohl im Prozess einer Trennung der Wege zwischen Judentum und Christentum als auch in der Frage nach der Kontinuität zwischen Jesus und Paulus. Insbesondere der Galaterbrief
Ich bin ein Mensch, der gerne kritisch denkt. Und ich bin ein Mensch, der der Bibel von Herzen vertraut. Passt beides zusammen? Ja. Aber ich nehme wahr, dass das für viele Christen um mich herum gar nicht so selbstverständlich ist. Sie versuchen mich mit Menschen- und mit Engelszungen davon zu überzeugen, dass beides eben nicht
Das Wort „Autorität“ sucht man in fast allen deutschen Bibelübersetzungen vergeblich. Da, wo in den meisten englischsprachigen Bibeln der Begriff authority steht (griechisch exousia), findet man im Deutschen eine ganze Reihe verschiedener Worte. Vor allem aber den Begriff der Vollmacht. Von Jesus wird mehrmals gesagt, dass er „lehrte wie einer, der Vollmacht hat“ (Mt 7,29),
Hebrew-language origins of the synoptic gospel tradition have been discussed by church fathers and scholars from the second century onwards well into modern times. However, with the rise of critical scholarship in the 18th and 19th century, the traditional assumption of a pre-canonicai Hebrew gospel tradition has been dismissed gradualiy from the discourse about gospei
Immer wieder hört man in Predigten und Bibelauslegungen, dass Menschen, denen Jesus begegnete, im Judentum „ausgegrenzt“, „geächtet“, „ausgestoßen“ oder „verhasst“ waren. Aber war das Judentum wirklich eine so ausgrenzende und hasserfüllte Religion? Im fünften und letzten Teil der Serie widmet sich der Autor dem Verhältnis zwischen Juden und Samaritanern. Dass Juden und Samaritaner Todfeinde waren,
„Ich muss nur noch kurz die Welt retten“, sang Tim Bendzko in seinem Hit aus dem Jahr 2011. Und er beschrieb darin die faulen Ausreden eines Drückebergers, der immer vorgibt, Wichtigeres zu tun zu haben, wenn ihn gerade mal jemand braucht. Also eigentlich das Gegenteil von dem, was man von einem Weltretter erwartet. In Kinofilmen
Es ist der letzte Kilometer beim jährlichen Stadtmarathon: Die Läufer rennen auf das Ziel zu, der Wegrand ist gesäumt von Schaulustigen, Fans und Familie. Von links und von rechts feuern sie die Läufer an: „Du schaffst das!“, „Halt durch!“, „Du bist Spitze!“. Wasserbecher und Energieriegel werden den Läufern zugesteckt, Applaus begleitet ihren Weg, auf der
eblichkeit bewahrte: Denn Gottes Plan für die Menschen war es ursprünglich, dass sie sich in der ganzen Welt ausbreiten und die Erde füllen. Der Turm zu Babel aber sollte genau das verhindern (Gen 11,4). Statt der gottgewollten Vielfalt suchten die Menschen die Vereinheitlichung: Alle Menschen sollten sich zu einem gigantischen Projekt zusammentun und damit den
Die Gottesfürchtigen in der Bibel und im frühen Judentum In meiner Jugend kursierte unter überzeugten Christen das Sprichwort: „Sei ganz sein oder lass es ganz sein!“. Mit anderen Worten: Ein bisschen Glauben gibt es nicht. Im freikirchlich geprägten Umfeld schaute man gern etwas herablassend auf die „Namenschristen“ und „Gottgläubigen“, die sich zwar zur Kirche hielten,
The widespread conviction among New Testament scholars that Aramaic, and not Hebrew, should be considered the “Jewish vernacular” of the first century c.e. and therefore the “mother tongue of Jesus,” was shaped in the nineteenth century by prominent scholars like Abraham Geiger and Gustaf Dalman, who were, without doubt, experts in their field. However, the
The hypothesis that the Hebrew language had been fully replaced by Aramaic as a spoken language in the time of Jesus has often been accepted among New Testament scholars without further question. However, few today have any detailed knowledge of how and why this hypothesis came into existence in the nineteenth century and on what
Ich gebe zu: Israel war mir nicht immer wichtig. Nicht in den ersten 14 Jahren meines Lebens, in denen ich insgesamt nicht sehr viel mit dem christlichen Glauben zu tun hatte. Und auch nicht in den zweiten 14 Jahren, in denen ich sehr bewusst und sehr engagiert die Bibel gelesen habe und versucht habe, Jesus
[Immer wieder hört man in Predigten und Bibelauslegungen, dass Menschen, denen Jesus begegnete, im Judentum „ausgegrenzt“, „geächtet“, „ausgestoßen“ oder „verhasst“ waren. Aber war das Judentum wirklich eine so ausgrenzende und hasserfüllte Religion? Im vierten Teil der Serie widmet sich der Autor dem Verhältnis zwischen Juden und Römern.] Wir alle kennen die Bilder: Sei es aus
Es gab Zeiten, in denen der Begriff „interreligiöser Dialog“ ein Reizwort für Christen war. Zumindest für solche Christen, die sich der Bibel und einem traditionellen Glauben an Jesus Christus verpflichtet fühlen. Wer vom „interreligiösen Dialog“ sprach, der stand im Verdacht, seinen Glauben aufzugeben und die Grenzen zwischen Wahrheit und Götzendienst zu verwischen. Verschiedene Gefahren sah
Zu den verbreiteten Ansichten über das Judentum gehört die Meinung, dass das jüdische Volk sich stets ängstlich, aber auch überheblich von allen anderen Völkern abgrenzt. Und dass Nichtjuden daher in Israel gemieden, verachtet und gehasst wurden. In vielen Predigten hört man davon, dass ein jüdischer Rabbi „niemals mit einem Nichtjuden“ geredet hätte, oder dass Nichtjuden
Jüdische Antworten auf die Person Jesu waren von Anfang Bestandteil der christologischen Reflexion und Urteilsbildung. Man könnte hier beginnen bei den ersten positiven Reaktionen auf die Geburt Jesu, wie wir sie bei seinen Eltern, den Hirten, den verschiedenen anderen Persönlichkeiten der lukanischen Kindheitsgeschichte und dann später bei den Nachfolgern und Anhängern Jesu finden. All diese
Im ersten Teil dieser Serie haben wir uns der Frage gewidmet, wie verhasst die Zöllner im Judentum wirklich waren. In diesem Teil wenden wir uns nun einer anderen Personengruppe zu: Den Unreinen. Sie werden zwar in christlichen Predigten selten als „verhasst“ bezeichnet, aber dafür oft als „ausgestoßen“, „ausgegrenzt“ oder „marginalisiert“. Sie dienen als Vorzeigebeispiel für
In dieser Wortzeit geht es um biblische Geschichten rund um den Tempel. Der Tempel ist in der Bibel der zentrale Ort, an dem Gott uns begegnet. Und deshalb können wir am Tempel sehen, wie Gott sich die Begegnung mit uns wünscht und wo es vielleicht Baustellen gibt. Anregungen für unser persönliches Gottesbild, aber auch für
Immer wieder hört man in Predigten und Bibelauslegungen, dass Menschen, denen Jesus begegnete, im Judentum „ausgegrenzt“, „geächtet“, „ausgestoßen“ oder „verhasst“ waren. Und dass „jeder fromme Jude“ ihnen aus dem Weg ging. Das gilt für Zöllner und Aussätzige, Samariter und Römer, und manchmal auch für Sünder und Frauen. Wenn das wahr ist, dann war im Judentum
Dass Jesus ein Jude war, ist heute für jeden Christen selbstverständlich. Aber das war nicht immer so: Unser Bild des Judentums ist oft noch immer durch Unkenntnis oder Vorurteile der Vergangenheit getrübt. Dieses Buch möchte eine Brücke bauen, aus der Welt des modernen westlichen Christentums hinein in die Welt des Judentums zur Zeit Jesu. Es
Als Guido Baltes nach seinem Theologiestudium nach Jerusalem ging, wurde sein Bild von Jesus dort ziemlich auf den Kopf gestellt: Er lernte den Sohn Gottes als Juden kennen. Im Interview erklärte der Dozent und Musiker, warum die westlich-moderne Sicht auf Jesus an vielen Ecken und Enden hakt. Simon Jahn Was war der ausschlaggebende Punkt, dass