Hg. von Matthias Morgenstern, Hanna Rucks und Guido Baltes Neu erschienen im Dezember 2025: Jesusgläubige Juden werden oft als Provokation empfunden. Dieser Band, Ergebnis einer Tübinger Konferenz vom Januar 2025, versammelt neben Texten messianisch-jüdischer Theologen erstmals Beiträge jüdischer Autorinnen und Autoren, die – in Israel und den USA – orthodoxen oder liberalen Gemeinden angehören. Gemeinsam
Werkgerechtigkeit oder Gerechtigkeit „allein aus Gnade“? Für viele Christen liegt der entscheidende Unterschied zwischen Judentum und Christentum an dieser Stelle: Sie meinen, Juden wollen sich durch Gesetzesgehorsam und gute Werke den Himmel verdienen – und kennen daher die Gnade Gottes nicht. Christen dagegen leben aus der Gnade Gottes – und sind deshalb „frei vom Gesetz“.
Der „jüdische Hass“ auf Samaritaner gehört zu den beliebten Themen christliche Bibelauslegung: Eine deutsche Bibelübersetzung macht aus dem „Samariter“ in Lukas 10,33 deshalb einen „verachteten Samariter“. Aus dem Satz „Juden und Samariter haben nicht die gleichen Bräuche“ in Joh 4,9 wird in einer Bibelübersetzung „Normalerweise wollen Juden nichts mit Samaritern zu tun haben“, in einer
Besonders in der Adventszeit hört man es wieder häufig: „Die Juden erwarteten einen Messias, der mit seiner Armee die verhassten Römer aus dem Land vertreiben würde.“ Aber Jesus war ganz anders: Er war ein Messias des Friedens und brachte ein Königreich der Herzen, nicht der militärischen Macht. Vor dem Hintergrund solcher Darstellungen ist es kein
„Zöllner waren bei den Juden verhasst.“ Das zumindest glauben viele Christen: Die jüdische Religion stempele sie als unrein ab, der jüdische Nationalismus ächte sie als Volksverräter. Jesus aber nimmt die Zöllner an und wendet sich damit gegen religiöse Mechanismen der Ausgrenzung. Aus Geschichten, die ursprünglich von der Umkehr eines Sünders erzählten, werden so Geschichten gegen
„Ein jüdischer Rabbi sprach normalerweise nicht mit Frauen.“ Wirklich nicht? Wie frauenfeindlich war das Judentum eigentlich? Und wie revolutionär war Jesus in seinem Umgang mit Frauen? Die aktuelle Folge in der Staffel „Jesus der Jude“ auf bibletunes – die Bibel im Ohr!. Ich rede in dieser Reihe über Vorurteile und Zerrbilder, die wir oft vom
Dass Jesus sich besonders den Ausgestoßenen und Marginalisierten zuwendet, ist heute ein beliebtes Predigtmotiv. Aber wo es „Ausgestoßene“ gibt, da muss es auch die geben, die sie ausstoßen und marginalisieren. In diesem Fall: Die Juden und ihre Reinheitsgebote. Aber wie zutreffend ist dieses Bild vom „ausgrenzenden Judentum“? Und wieviel wissen wir eigentlich wirklich über die
Christliche Menschenliebe gegen jüdische Menschenfeindlichkeit? Christliche Freiheit gegen jüdische Gesetzlichkeit?Wie die Erzählungen von Heilungen am Schabbat oft ungewollt zum Anlass von judenfeindlichen Auslegungen werden. Die aktuelle Folge aus der Staffel „Jesus der Jude“ bei @bibletunes In der letzten Folge habe ich davon erzählt, wie wir oft unbewusst von negativen Bildern des Judentums geprägt sind. Und
In der aktuellen Staffel „Jesus der Jude“ im Podcast „bibletunes – die Bibel im Ohr!“ gebe ich heute eine kleine persönliche Einführung in die nächsten Episoden: Meine Lernerfahrungen mit dem jüdischen Glauben und der jüdischen Kultur der Zeit Jesu. Und die Gefahr, dass wir beim Lesen des Neuen Testaments negative Bilder des Judentums in unseren
Wie kann man das Verhältnis Jesu zu Frauen beschreiben? Eine Google-Abfrage zum Thema „Jesus und die Frauen“ liefert vor allem ein Ergebnis: „Revolutionär“. „Wie Jesus die Sicht auf Frauen revolutionierte“ (Evangelium21.net). „Ein Revolutionär in Gottes Auftrag: Jesus und die Gleichberechtigung“ (evangelisch.de). „Wie Jesus Frauen behandelt hat, war revolutionär“ (Amazon.de). Die Google KI fasst die Ergebnisse
Zur Rolle des Gesangs in Versammlungen von Christusnachfolgern der neutestamentlichen Zeit Ein Artikel über gottesdienstlichen Gesang in der Zeit des Neuen Testaments ist jetzt in der „Zeitschrift für neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der älteren Kirche“ erschienen. Der Zugang ist kostenpflichtig: Guido Baltes, „Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern“ (Eph 5,19). Zur Rolle des Gesangs
Immer wieder hört man in Predigten und Bibelauslegungen, dass Zöllner im Judentum „ausgegrenzt“, „geächtet“, „ausgestoßen“ oder „verhasst“ waren. Aber war das Judentum wirklich eine so ausgrenzende Religion? „Jeder fromme Jude“ ging den Geächteten aus dem Weg, so liest man oft. Das gilt für Zöllner und Aussätzige, Samariter und Römer und manchmal auch für Sünder und
Die Auferstehungserzählung in ihrem jüdischen und biblischen Kontext lesen Bibelarbeit auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag, 3.5.2025 Heute vor einer Woche haben sich auf dem Petersplatz in Rom mehr als 250.000 Menschen versammelt, um Abschied zu nehmen von Papst Franziskus. Eine Woche davor, am Ostersonntag, hat der Papst noch mit Christinnen und Christen aus aller Welt
Diesmal beschert uns das Kalenderjahr wieder einmal drei davon: Diese ominösen freien Donnerstage im Frühsommer, von denen man nie so ganz genau weiß, warum und in welcher Reihenfolge man sie eigentlich feiert. Nur der Brückentag, der fällt immer zuverlässig auf den Freitag und lockt zum verlängerten Wochenende. Da ist es kaum ein Wunder, dass die
Artikel im Magazin „EINS“ (Ausgabe 2/2025) der deutschen Evangelischen Allianz Link zum Magazin
War Jesus ein Rabbi? Und wenn nicht, warum wurde er dann von den Leuten so genannt? Wann entstanden die Schriften des rabbinischen Judentums und welchen Wert haben sie für das Verstehen des Neuen Testaments? Welche Gefahren und Fehler gibt es im Umgang mit dem rabbinischen Schrifttum? Solche und ähnliche Fragen werden im jetzt neu erschienenen
Seit den Anfängen der kritischen Bibelforschung ist die Ablehnung des Sühnetodes Jesu eng verbunden mit einer Ablehnung des Alten Testaments und des Judentums. Die Vorstellung eines Opfertodes wurde der „primitiven Religion“ des Judentums zugeschrieben, die Botschaft von der Liebe Gottes dagegen der „fortschrittlichen Religion“ des Christentums. Der strafende Gott des Alten Testaments wurde dem gnädigen
Artikel im CVJM-Magazin 2/24 „Dem nachjagen, was dem Frieden dient“ Wenn der Friede zerbricht: Persönliche Erfahrungen und biblische Grundlinien Ich bin als ein Kind der Friedensbewegung aufgewachsen. Als ich Teenager war, tobten in Deutschland die Debatten um den sogenannten „Nato-Doppelbeschluss“: Die Aufstellung von Hunderten von Atomraketen überall in Europa, auch in Deutschland. Im Kino lief
Artikel in der Zeitschrift „Salzkorn“ 1/2024 Es fällt mir schwer, in den letzten Wochen und Monaten Gedanken zu ordnen, wenn ich auf die Ereignisse in Israel in seinen Nachbarländer sehe. Gleichzeitig ist es unmöglich, sich dem Strom von Bildern, Nachrichten und Meinungen zu entziehen, die nicht wie früher stündlich durch Radio oder Fernseher auf mich
Warum wir jetzt dringend mehr Medienkompetenz brauchen. Mit nur wenigen Sätzen hat eine Instagram-Story meiner heimischen Lokalzeitung, der „Oberhessischen Presse„, in der letzten Woche versucht, die Hintergründe des Nahostkonfliktes zu erläutern. Und das nur vier Tage nach den barbarischen Morden der Oktoberpogrome in Israel. Dabei ging so ziemlich alles schief, was schief gehen kann. Und
Gerhard Kittel war einer der einflussreichsten Professoren der neutestamentlichen Forschung zur Zeit des Nationalsozialismus. Sein Vorgänger auf dem Lehrstuhl in Tübingen war Adolf Schlatter, sein Nachfolger Otto Michel, beide dem pietistischen Erbe in Deutschland eng verbunden. Das von Kittel herausgegebene „Theologische Wörterbuch zum Neuen Testament“ ziert bis heute die Regale vieler Predigerinnen und Prediger und
Der neue Grundlagentext der EKD „Die Bedeutung der Bibel für kirchenleitende Entscheidungen“ ist in vielfacher Hinsicht ein erfreuliches und wegweisende Dokument. Er betrifft mich in meinen verschiedenen Rollen als Pfarrer der evangelischen Kirche, als Neutestamentler und als Dozent an einer Bibelschule, die von pietistischer Bibelfrömmigkeit geprägt ist. Ausführliche Würdigungen und auch gründliche Rezensionen aus berufenem
„Willst du mich etwa missionieren?“ Wer seinem Gegenüber diese Frage stellt, vermutet eine böse Absicht. Das Wort Mission hat in unseren Tagen einen verruchten Klang. Das heißt, eigentlich nur dann, wenn er mit Kirche oder Christentum verbunden ist. Unternehmen haben eine Mission, Raumfahrtzentren auch. Aber Kirchen sollten möglichst keine haben. Denn kirchliche Mission wird mit
In Deutschland protestieren aufgebrachte Menschenmengen im Namen des „christlichen Abendlandes“ gegen die Aufnahme von Geflüchteten und gegen das Gastrecht der freien Religionsausübung, das Andersgläubige in unserem Land genießen. Auch das erweckt den Eindruck, als sei Gott vor allem auf Seiten der weißen Europäer und gegen Menschen anderer Herkunft. Wir sind nicht unschuldig Ja, es gibt
Jesu Botschaft hat die Welt verändert. Ein wichtiger Teil dieser Botschaft wird jedoch von Bibellesern oft übersehen: Es sind die zentralen Inhalte des jüdischen Glaubens, die im Neuen Testament überall vorausgesetzt sind, aber nie ausführlich erklärt werden, weil sie für jüdische Ohren so vertraut und selbstverständlich waren. Dieses Buch führt ein in die zentralen Inhalte
Ein Pfad im Dschungel der Möglichkeiten Der reife Mensch hat gelernt, mit Uneindeutigkeit zu leben. Es gehört zum Wesen unseres Glaubens, dass vieles sich nicht eindeutig festnageln lässt, sondern mehrdeutig bleibt. „Gibt es einen Gott?“ Na klar, sagen die einen, ich rede doch jeden Tag mit ihm. Natürlich nicht, sagen die anderen, denn man kann
Das jüdische Erbe und die Herausforderungen der Gegenwart Für viele Christen ist die Beschäftigung mit dem Judentum ein Randthema ihres Glaubens. Manchen ist es sogar suspekt. Sie fürchten den Rückfall in Gesetzlichkeit, fundamentalistische Bibelauslegung, haltlose Endzeitspekulationen oder politische Einseitigkeiten im Nahostkonflikt. Ich selbst habe lange Zeit zu diesen Israel-Skeptikern gehört und kann ihre Ängste deshalb
Jesus der Jude: Ein Thema für Spezialisten? Die Beschäftigung mit dem Judentum ist eine Angelegenheit für Spezialisten. So jedenfalls höre ich es oft landauf, landab in „normalen“ Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften. Entweder man hat ein besonderes Interesse an der Aufarbeitung deutscher Vergangenheit, oder eine besondere Liebe zum Land Israel, oder man pflegt gern das interreligiöse
Was mich in sechs Jahren Leben und Arbeit in Israel am nachhaltigsten geprägt hat, ist ein neuer Blick für biblische Texte. Ein Blick, der sich verändert hat durch die Begegnung mit dem jüdischen Glauben und Leben und durch das gemeinsame Bibellesen mit jüdischen Kollegen und Freunden. Wenn man sich einmal klarmacht, dass nicht nur die
Von Guido Baltes Eigentlich weiß ich, dass es ein Fehler ist, über dieses Thema zu schreiben. Denn die Meinungen unter Christen gehen hier so weit auseinander, dass man sich eigentlich nur in die Nesseln setzen kann. Das allein wäre noch nicht schlimm. Schlimmer ist es aber, wegen solcher Konflikte Freunde zu verlieren. Und leider gehört